1 Woche Marokko im November; mein Reisebericht und wie ich auf 3 Sprachen NEIN sagen lernte.

2 Nächte in der Wüste mit Blick in den unendlichen Sternenhimmel und die Vorstellung von arabischem Zauber aus 1001 Nacht.

Mit 25 Grad und blauem Himmel hat uns, meinen erwachsenen Sohn und mich, Marrakesch empfangen. Das Riad, (heißt Garten auf arabisch und bezeichnet die kleinen Stadthotels mitten in der Altstadt im Gassengewirr) haben wir nur mit Hilfe eines Kofferträgers gefunden. Alles ist klein und verwinkelt und nicht auf irgendwelchen Plänen verzeichnet.


Im Reiseführer stand, überall wollen die Menschen Trinkgeld, für ein Foto, für eine Auskunft, für – einfach alles. Somit haben wir dem Taxifahrer brav 20 Dorham (ca. 2€) gegeben, der hat sich brav bedankt. Der Kofferträger war mit diesem Betrag deutlich nicht einverstanden und wollte mehr Geld. Die erste unangenehme Situation. Zu der Zeit hatten wir den Umrechnungskurs falsch im Kopf und hatten noch gedacht, das Doppelte gegeben zu haben, deswegen blieben wir dabei, was der Kofferträger dann kopfschüttelnd akzeptieren musste, aber erst nach einer Diskussion.

Wir waren da und das Riad empfing uns mit Minztee und Gebäck. Alles extrem süß. Nach einer gefühlten Ewigkeit, Zeit spielt hier eine untergeordnete Rolle, durften wir auf unser Zimmer. Die Erwartung war groß, schließlich habe ich keine Kosten gespart und uns für durchschnittlich 200€/ Nacht mit Frühstück einquartiert. Die Enttäuschung dann war auch groß, das Zimmer klitzeklein und nur eine Schießscharte mit Frischluft. Die Fenster, alle klein, zum Innenhof. Die Einrichtung war nett, alles sauber und gut, dass wir noch nicht wussten, es geht noch kleiner…

Erstmal raus auf die Straße, pardon, in die Gässchen. Alles anders, der Geruch, eine Mischung aus 2 Takt Öl/ Benzin Gemisch, Essen, Jasmin Duft und eine Kakophonie an Geräuschen. Dazu alles eng, wir konnten nur hintereinander gehen und wurden trotzdem nur haarscharf nicht von den Mofas, Eselkarren, Fuhrwerken etc. überrollt. Alles hat hier Vorfahrt was rollt, die Fußgänger sind nur Masse, die es gilt durch Rufen, Hupen oder aufheulen des Motors aus dem Weg zu fegen.

Auf dem großen Platz inmitten der Altstadt (Djemaa-el-Fna) erstmal einen frisch gepressten Saft und dann in den Garküchen den ersten Kontakt mit dem Verständnis der Marrokaner von Marketing gehabt.

„Non merci“, „no we don`t want to eat“, „La“ (heißt Nein auf arabisch), in einer Tour. Wir kamen keinen Schritt vorwärts ohne dass uns mit einer eingeschweißten Speisekarte vor der Nase gewedelt wurde. „My friend, where are you from, best regional food, bio…“

Irgendwann ergaben wir uns und setzten uns an einen eher dreckigen langen Tisch mit unbequemen Bänken und bekamen irgendwelches Fleisch aufgespießt, dazu ein kleines rundes Brot, quasi geschmacksneutral. Wasser in Flaschen auch weil es Alkohol nur drinnen und nur in manchen Lokalen gibt und weil alles extrem trocken war. Bezahlt haben wir genauso viel wie die 3 Engländerinnen neben uns, die das Gleiche bekommen hatten. Ein erster schaler Geschmack.  

Unser Stammlokal war das am Platz gelegene Café de la france aus kolonialer Zeit mit marodem Charm aber einer Dachterasse von der aus man den Platz und das Gewusel mal von oben betrachten konnte. Der Tee (sans sucre) war nicht lecker, wir haben ihn nur immer wieder bestellt um Zeit hier oben verbringen zu können. Ach ja und man konnte die Lunge ein wenig erholen, die vom Benzingestank gestresst war.

Die nächsten Tage haben wir dann den Reiseführer ein wenig abgearbeitet und uns immer und immer wieder in Schlangen gestellt, viel Eintritt bezahlt um mehrheitlich nicht viel zu sehen. Der Königspalast (Bahia Palast) war nur ein „Highlight“, extrem viele Menschen, leere Räume und viel abgesperrt.

Trotzdem bekommt man einen kleinen Eindruck von der Pracht, den Schnitzereien und Mosaiken, die Tordürchgänge, Wände und Böden verzieren.

Viel lag im Schutt durch das Erdbeben vor 2 Monaten. Schaute man hoch in den Gassen, war überall Zerstörung zu sehen. Manchmal waren wir uns allerdings nicht sicher, ob das eine Folge des Bebens oder Alltagszustand war.

Egal wo wir langliefen, rechts und links die Händler sprachen uns an und wenn sie merkten, wir sind höflich, freundlich und sagen Nein, kam immer ein; „maybe later“ und ich antwortete stereotyp; „inshallah“ was soviel wie, mal schauen was passiert, heißt.

Im Handwerkerviertel mit den Gewürzhändlern habe ich einmal nicht Nein! gesagt und, Schande über mein Haupt, nicht verhandelt. Also für ein wenig Räucherwerk für die Rauhnächte überteuerte 65€ gezahlt. Da gabs dann auch ein Foto dazu…

Dann wurden wir für 2 Tage in die Wüste gefahren, Luxus Zelte und ein schönes Camp erwartete uns. Wir waren richtig zufrieden und sagten uns immer wieder; „alles richtig gemacht“.

Das Zelt war riesig, komfortabel und mit einem Ofen ausgestattet, der munter brannte wenn wir vom Abendessen kamen. Alles war ausschließlich mit Öllampen, Kerzen und Feuer beleuchtet.

Im Zelt eine Dusche, die nicht viel, aber warmes Wasser konnte, ein kleines Waschbecken, und eine Campingtoilette. Das Wasser kam aus einem Tank hinter dem Zelt und wurde in einem Zinkeimer aufgefangen.

Die Zelte standen in gutem Abstand, jeder hatte seine eigene Terrasse mit einer Bank und schöne Sicht auf die Berge und die Steinhügel. Agarfar ist eine Steinwüste, die Sahara ist noch mal eine Tagestour weiter weg von Marrakesch. Hätte ich gerne gemacht, wenn es nicht für diese eine Woche zu weit gewesen wäre.

Für mich als Astrologin, war das Highlight definitiv der Sternenhimmel. Dick eingepackt, (es war nachts richtig, richtig kalt) habe ich mich auf die Bank gelegt und in die Milchstrasse verguckt, ca. alle 10-15 Min. kam eine Sternschnuppe und der Mond lag mit seiner Sichel auf der runden Seite, ein wunderbarer Moment. (das Bild ist nicht super, ist einfach meine Erinnerung an diesen Moment, übrigens unter dem Mond ist die Venus zu sehen).

Hier hatte ich Ruhe erlebte mich spürbar verbunden mit dem Universum, als ein klitzekleines Teil von Allem. Hier gebar ich die Idee meinen großen Wissenspool (z.B. über Astrologie, Human Design, systemischer Arbeit, Hautpflege etc.)  via Monatszooms nach draußen zu tragen, der Gemeinschaft zu geben und Mehrwert für die Menschen bereit zu stellen. An der Umsetzung arbeite ich gerade, vielleicht bekommst du ja eine Einladung dazu.

In der zweiten Nacht haben wir erlebt, dass ein Ofen im Zelt durchaus seine Risiken birgt, unten im Camp ist ein Zelt innerhalb von Minuten abgebrannt. Die Ursache wurde nicht klar, vielleicht war ein Scheit aus dem Ofen gefallen. Die beiden Frauen konnten sich Gott sei Dank, retten. Der vor jedem Zelt angebrachte Feuerlöscher funktionierte leider nicht. Ich war froh, dass das in unserer zweiten Nacht passierte, ich glaube ich hätte nicht gut geschlafen.

Wieder zurück in Marrakesch sind wir dann in den berühmten Garten, Les Majorelles, gefahren, nur um in einer riesigen Schlange anzustehen obwohl wir das Ticket (30€ für 2) online bestellt und bezahlt hatten. Dann wurden wir, alle die das Ticket für diese Uhrzeit hatten, ca. 200 Personen, eingelassen. Erst nachdem das Ticket 4x geprüft wurde. Personalprobleme haben die hier jedenfalls nicht. Im Garten, der wirklich wunderschön ist, wurden wir an jeder Ecke von Wärtern zum Weitergehen und zum Gehen in die richtige Richtung aufgefordert. Es gab kein Entkommen. So waren wir nach 30 min. durchgeschleust und wieder draußen.

Ein paar Straßen weiter dann ein wirkliches Highlight, das Café de la poste, hier war in kolonialen Zeiten wirklich ein Postamt. Das Gebäude war gut in Schuss, kühl, dunkel, das Personal unaufdringlich und es gab einen Salat. O.k. es war teuer aber es hat sich gelohnt.

Der öffentliche Park auf der anderen Strassenseite hat nichts gekostet und war auch richtig schön, eine echte Alternative zum Majorelle.

Schon kam unser letzter Abend in Marrakesch, wir hatten ein anderes Riad, ein Stern mehr, ein noch kleineres Zimmer und einen unpersönlicheren Service. Allein die Dachterrassen sind alle schön, gepflegt und laden zum Verweilen ein. Hier hat man Ruhe am Abend und kann den Tag ausklingen lassen.

Ein letztes Essen, einen letzten Tee und es ging zum Flughafen. Der Rückflug (wir waren natürlich online eingecheckt) war erst nach gefühlten tausend Schlangen und Kontrollen möglich. Es hat dann alles geklappt und wir konnten entspannt dem kalten Düsseldorf entgegenfliegen.

Ich war froh wieder zu Hause zu sein, dem permanenten Zuckerschock zu entkommen (sind eigentlich alle Marrokaner Diabetiker?) und durchzuatmen.

Würde ich Marrakesch weiter empfehlen? Darüber habe ich lange nachgedacht und kann nur sagen: „Jein“.

Übrigens ist dieser Bericht ganz ohne Unterstützung durch AI von mir höchstpersönlich und mit Liebe geschrieben worden, ich denke ihr erkennt das an den nicht perfekten Formulierungen.