Werte, die sich ändern

Mein Wertesystem ist im Wandel, stelle ich fest. Was ist mit deinem? Wie feierst du deine Erfolge?

Diese Frage war auf einer Karte. Eigentlich war ich auf der Suche nach einer Inspiration für meinen Block.
Ich bin hängengeblieben in dem Gedanken, was sind denn aktuell meine Erfolge? Was waren denn meine Erfolge?
Ich habe einen guten Mann gefunden, ich habe 2 wunderbare Kinder, ein Haus, ein Auto, wir haben gemeinsam ein gutes Leben. Meine beruflichen Stationen waren soweit erfolgreich, wie ich das an Gehalt und Position ausmachen kann. Gefeiert habe ich nicht nennbar. Eher Geburtstage, meine, die der Kinder, Erfolge der Kinder wie Schulübergänge oder Abitur. Meine persönlichen Erfolge habe ich nicht gefeiert.

Und jetzt? Was feiere ich jetzt, was sind aktuell meine Erfolge?

Tja, da wird das Eis schon dünn. Nach klassischen Maßstäben, des höher, schneller, weiter, bin ich so was von nicht erfolgreich! Wow, das tut grad weh, das auszuschreiben. Was mache ich eigenlich? Ich bin seit Jahren in einer Spirale der Selbsterforschung, der Traumaerkenntnis, der Nabelschau. Ich lerne mich immer besser kennen, bin reflektierter, besonnener und irgendwie nicht mit dieser Welt verankert. Ist das ein Grund zu feiern? Wohl eher nicht, sagt mein Mann. Er hätte mich gerne so wie früher, mit Biss, mit Fokus und mit klarem Erfolgswillen. Ich habe zu viele Grillen im Kopf, nichts mache ich zu Ende, nichts bringt wirklich viel Geld ein.

Uranus ist im Stier!


Eine Erklärung, dass sich Werte wandeln, nicht nur meine, unser aller Werte, gibt uns die zyklische Betrachtung des Uranus in der Astrologie. Er, der Systemsprenger, steht für uns alle gerade auf 16 Grad Stier, im Menschheitshoroskop. Der Stier repräsentiert das Materielle, das Anfassbare, das Kaufbare, das Vorzeigbare. Bei mir, im persönlichen Horoskop trifft er gerade auf Jupiter, den Planeten, der alles expandieren lässt.
Wahrscheinlich deswegen, sind mir die zahlreichen Emails mit Angeboten, das „nur noch bis heute…“ gelabere, der „hast du schon das Must-have für den Frühling?“ Unsinn, völlig egal, ich lösche sie. Das habe sonst nicht gemacht. Gute Angebote haben mich gelockt.
Wie ist es bei dir? Geht es dir ähnlich, spürst du so etwas wie: gut ist! Ich habe genug!
Genug Klamotten im Schrank für die nächsten Jahre, mein Auto hält noch, mein Sessel muss auch noch nicht auf den Müll…
Oder denkst du, mehr ist mehr, viel hilft viel, wenn ich das oder das kaufe, dann kaufe ich das Lebensgefühl gleich mit. Meistens Freiheit oder Beliebtheit oder Anerkennung?

Funktioniert das wirklich? Ist das wahr, was uns die letzten Jahrzehnte angetrieben hat? Was wäre, wenn es nicht mehr wahr wäre?

Ja, manchmal denke ich auch, ach Frauke, jetzt konzentriere dich doch mal und mach das, auch wenn du dazu keine Lust hast, das Leben ist eben kein Wunschkonzert. Du musst nur machen, nicht nachdenken und dann bist du drin, in der Welt des ungebremsten Konsums. Dann kannst du dir alles leisten. Also mach!

Doch das denke ich immer weniger.

Diese Selbstgespräche werden seltener. Häufiger finde ich das Leben wunderbar so wie es gerade ist. Ich habe Zeit für mich, für meine Waldspaziergänge, für Sport, für Gespräche, für meine interlektuellen Erkundungen und für andere. Ich lasse all die Zeit für ausgiebige Shopping Touren, fürs Schminken, fürs „sich zurecht machen“. sein.
Ich nutze dieses Zeit für Frauen, ja ich gebe zu, ich bin auf eine Art und Weise Feministin, wie ich es selbst nicht definieren kann. Frauen liegen mir am Herzen, sie zu ermächtigen selbst ihr Potential, ihre Einzigartigkeit und ihre Schönheit zu sehen, ist mein Antrieb. Fraternité, Schwesterlichkeit!

Ist das Erfolg, den ich feiern kann? Ich denke immer öfter: Ja!


https://www.facebook.com/groups/frauensalon2023/